Sonntag , Oktober 21 2018
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Das Problem besteht nun darin, dass die Webseitenbetreiber eben auch keinerlei Einkünfte durch diese Besucher generieren. Von vielen Webseitenbetreibern wird deshalb adblocken als störend und von vielen von Ihnen eben auch als illegal empfunden. Den “Kunden” stört dies zunächst wenig, erlebt er doch einen werbefreien Webauftritt als angenehmer.

Werbeblocker (Contra)

Ich bin kein großer Fan von Werbung im Internet. Blinkende Banner, nervige Pop-ups, Overlays, die den Inhalt zufällig immer dann verdecken wenn man im Begriff ist irgendwo einen Klick  zu machen, und lauter Sound von automatisch startenden Werbevideos sind nur einige der nervigen Abarten, die die Werbebranche im Netz zutage gefördert hat.

Diese hindern einen nicht nur am Betrachten des gewünschten Inhalts, sie machen obendrein das Surfen und Arbeiten extrem langsam und anstrengend, verbrauchen sie doch eine Immens große Menge an Datenvolumen. Ist ja auch klar, wenn z.B. erst ein Werbevideo geladen werden muss. Was vielen außerdem missfällt, ist das “tracken” der besuchten Seiten. Hierbei wird gespeichert, was man besucht hat, um beim nächsten Webseitenbesuch, zielgerichtete Werbung zu schalten.

Viele Menschen greifen deshalb immer häufiger zu sogenannten Werbeblockern. Dies sind zumeist Addons, Erweiterungen oder im mobilen Bereich auch häufig eigenständige Browser, die Werbung zu einem großen Teil wegfiltern. Sie zeigen dem Nutzer eine werbeärmere oder sogar -freie Webseite an und beschleunigen so das Surferlebnis, da eben weniger geladen werden muss.

Worin besteht das Problem?

Das Problem besteht nun darin, dass die Webseitenbetreiber eben auch keinerlei Einkünfte durch diese Besucher generieren. Von vielen Webseitenbetreibern wird deshalb adblocken als störend und von vielen von Ihnen eben auch als illegal empfunden. Den “Kunden” stört dies zunächst wenig, erlebt er doch einen werbefreien Webauftritt als angenehmer.

Was ist der Antrieb einen Werbeblocker zu betreiben?

Häufig stellen sich Werbeblockbetreiber als die Retter des Internets da, befreien Sie doch das Web von lästiger Werbung. Schaut man dann allerdings hinter die Kulissen, erkennt man oft die Kehrseite. Häufig lassen sich nämlich diese Betreiber von Webseiten oder Werbefirmen bezahlen um ihre Werbung doch durchzulassen. Es ist eine Art “Schutzgeldsystem” das die Betreiber dort aufbauen. Bezahlst du, wirst du gesehen, wenn nicht eben geblockt. Bei den Erweiterungen wird dann immer von “zumutbarer” Werbung gesprochen, doch was als zumutbar gilt wird nicht transparent erklärt oder von einem unabhängigen Gremium entschieden.

Sind Werbeblocker gut für den Inhalt?

Für den Kunden/Besucher ist das Filtern von Werbung häufig zunächst extrem angenehm.Die Webseiten bekommen allerdings ein Problem mit Ihren Werbekunden, sind die doch darauf erpicht, dass Ihr Produkt durch Werbung wahrgenommen wird. Weniger Werbekunden führt zu weniger Einnahmen und weniger Einnahmen führen Entlassungen von Redakteuren/Autoren und dadurch zur Verschlechterung des Inhalts. Vielleicht lohnt es sich auch nicht mehr die Seite herauszugeben und man muss schließen. Vielleicht findet die Webseite auch andere Quellen zur Finanzierung. Verkauft Produkte indem sie Werbeartikel über etwas schreiben und gleichzeitig verkaufen, lassen sich von Firmen sponsern und loben deren Produkte. Manche verdoppeln Ihre Werbung um Einnahmeausfälle zu kompensieren. Eine weitere Möglichkeit ist das technische Vorgehen gegen Adblocker. Immer neuere und oft agressivere Werbearten entstehen, die die Adblocker nicht filtern, oder eben erst gar nicht erkennen können. Adblocker führen also eigentlich zu mehr Werbung oder sogar dazu, dass manche sich mittlerweile vom Kunden Artikel bezahlen lassen. (siehe z.B. spiegel.de) So oder so, der Inhalt, die Qualität und die Vielfalt von Artikeln leidet darunter denn größere Webseiten können sich vielleicht durch solche Sachen Einnahmen sichern, kleinere Blogs, Foren etc. bleiben aber auf der Strecke.

Fazit

Werbeblocker sollten meiner Meinung einfach nicht genutzt werden. Jedem Betreiber sollte freigestellt sein wie er seine Einkünfte erzielt, solange dies auf legalem Wege geschieht. Der Markt regelt dann selber ob Werbung aufdringlich oder angemessen ist. Eine Webseite hat Dir zuviel Werbung? Dann besuche Sie eben nicht mehr. Lass Dir diese Entscheidung und damit auch Bewertung nicht von anderen Abnehmen die nur Ihre eigenen Ziele verfolgen. Mir ist klar, dass vielen das zu anstrengend und zeitaufwändig ist, aber nur so erhält man Vielfalt an Meinungen und ein offenes und freies Internet.

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5 Kommentare

  1. Wenn es einfach nur Werbung in Text und unbewegtem Bild wäre, die sich auch nirgendwo drüberlegt, dann bräuchte man auch keine Adblocker. Ein Teufelskreis. Anfangs habe ich noch Nerv-Werbung mit der hosts-Datei ausgefiltert, dann die Webseiten vom Adblocker ausgenommen, die unnervige Werbung anbieten. Die Filter für bestimmte Webseiten habe ich auch beibehalten, aber ich muss gestehen, ansonsten ist inzwischen der Adblocker dauergeschaltet, weil es einfach zu viel Aufwand ist. Bei Seiten, die ich unterstützenswert finde, schalte ich den Adblocker gelegentlich ab um zu schauen. Eigentlich müsste man das ganze hochgeschaukelte System irgendwie wieder auf „0“ setzen: keine bewegte, überlagernde, tönende Werbung erlauben, nur Text und unbewegte Bilder – bzw. Videos, die nicht von alleine losspielen, und im Gegenzug keine Adblocker….

    • Auf „0“ setzen wäre wirklich gut. Denn der Teufelskreis ist auf jeden Fall da. Oder eben einen Adblocker der erst alle Werbung zulässt und dann von Hand Anzeigen sperren lässt. Wird diese Information dann beim nächsten mal für diese Webseite angewendet, hat jeder seine akzeptable Stufe des werbeblockens und gute und passende Werbung kommt durch. Das würde Webseitenbetreiber dazu verpflichten bei der Werbeauswahl besser aufzupassen wenn sie was verdienen wollen.

  2. Gute Gedanken zum Thema Werbeblocker, aber leider wirst du damit kaum einen überzeugten Adblock-Nutzer dazu bringen, den Blocker zu deaktivieren.

    Ja, Werbung ist auf vielen Seiten sehr aufdringlich, aber das Argument die Seite dann doch einfach nicht zu nutzen wird nicht akzeptiert. Oft wird dann auf böse Konzerne und geldgierige Unternehmen verwiesen. Dass es halt schwierig ist, guten Content kostenlos und werbefrei anzubieten, verstehen viele scheinbar nicht. 🙁

    Habe schon einige Diskussionen (im echten Leben sowie in Internet-Foren) zu dem Thema geführt und hatte bisher leider wenig Erfolg.

  3. Ich zähe auch zu denjenigen die einen Werbeblocker nutzen. Dezente, nicht-animierte Werbeanzeigen, die sich in den Text einbetten oder am Rand stehen, würden mich auch nicht so sehr stören. Seiten die ich öfters besuche und die solche Werbung nutzen stehen bei mir auf der Whitelist. Leider überwiegt in meinen Augen jedoch die Anzahl aufdringlicher Werbung deutlich, weshalb ich den Werbeblocker aber standardmäßig aktiv habe.

    Das nicht nutzen von Seiten die aufdringliche Werbung schalten ist in der Praxis nicht so einfach, ein Beispiel:
    Man sucht nach etwas über eine Suchmaschine und bekommt viele verschiedene Seiten zu dem Suchbegriff angezeigt. In der Regel, so geht es mir zumindest, öffnet man mehrere Seiten in neue Tabs oder Browserfenstern um schnell die jeweilige Seite zu überfliegen und zu schauen ob sie die Informationen bietet die einem weiterhelfen. Ohne aktiven Werbeblocker öffnen sich manchmal weitere Werbefenster, das überfliegen einer Seite wird einem durch Overlay-Banner o.ä. erschwert, oder eine Seite spielt ein Werbevideo automatisch ab dessen Musik stört. Natürlich kann man bereits beim Anklicken einer Seite aus der Ergebnisliste der Suchmaschine jene meiden von denen man weiß, dass sie störende Werbung schalten. Aber man erkennt diese nicht immer am Link. Das ist ein Grund weshalb ich beispielsweise einen Werbeblocker nutze.

    Besonders störend empfinde ich Werbung auf mobilen Geräten. Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber häufig wird diese als erstes geladen, vor dem eigentlichen Inhalt der Seite. Und wenn man dann gerade noch schlechten Empfang hat ist der Ärger um so größer.

  4. Nur ohne Werbung wäre das Surfen sehr kostenintensiver – da die Provider ja eher von der WErbung als von den Usern verdienen.

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